Harmonia und Brian Eno - Wiederver?ffentlichung von "Tracks and Traces"
Am 18. September 2009 wird das Album "Tracks and Traces" von Harmonia und Brian Eno auf Gr?nland Records in Europa, USA, Japan und Australien wiederver?ffentlicht. Die neue Version von "Tracks and Traces" enth?lt drei bislang unbekannte Titel aus der 1976er Kollaboration von Brian Eno, Michael Rother, Hans-Joachim Roedelius und Dieter Moebius.

Im Booklet zu "Tracks and Traces" sind sowohl liner notes von Stephen Iliffe als auch Fotos aus der Session im Harmonia-Studio enthalten.

Weitere Infos stehen auf Michael Rothers MySpace-Seite hier.

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Cover (Promo-Version)



Hier der offizielle Pressetext von Gr?nland Records ?ber das Album "Tracks and Traces" von Harmonia & Eno ?76 :

Magische Momente erzeugt man nicht per Knopfdruck, sie entstehen einfach so aus Zufall. Die Musiker von Harmonia ereilte so ein Moment v?llig unerwartet im Sp?tsommer 1976. Zwei Alben lagen zum damaligen Zeitpunkt hinter der Band, „Musik von Harmonia“ (1974) und „Deluxe“ (1975). Beide Werke gelten heute als Klassiker des Krautrock und der elektronischen Musik, doch danach endeten die gemeinsamen Planungen. Alle drei Musiker waren rastlos und entwickelten Ideen f?r Soloplatten. Michael Rother verwirklichte sie mit „Flammende Herzen“, Hans-Joachim Roedelius mit „Durch die W?ste“ und Dieter Moebius mit „Lilienthal“. Doch dann trat ein gewisser Brian Eno auf den Plan. Er wusste l?ngst ?ber Harmonia Bescheid, hatte sich 1974 sogar mal spontan in ein Konzert der Band in der Fabrik in Hamburg eingeklinkt. Die Musiker bekundeten sofort Interesse an weiterer Zusammenarbeit und tauschten Nummern aus. Zwei Jahre sp?ter meldete sich Eno telefonisch bei Harmonia und fragte: „Passt es jetzt?“ Die Antwort: Hm, eigentlich nicht so ganz... – denn wir haben uns als Band gerade aufgel?st - ?hem, ja, nat?rlich passt es!

Eno war damals gerade auf dem Weg nach Montreux, um mit David Bowie an „Low“ zu arbeiten. Der Mann kannte sich aus in der Hautevolee der Rockmusik, trat im Studio auf dem Land in Forst im Weserbergland aber sehr bescheiden auf. „Eno kam ?berhaupt nicht wie ein abgehobener Rockstar daher, war im Gegenteil sehr angenehm und interessiert. Wir trafen uns auf Augenh?he und waren ein Kollektiv, das einfach Lust hatte, Musik zu machen, frei von kommerziellen Hintergedanken und dem Zwang, ein Album aufzunehmen. F?r mich sind das die sch?nsten Arbeitsbedingungen, die man sich vorstellen kann“, meint Rother. „Mit Eno kam ein Geist mit gro?er Offenheit, unendlicher Spielfreude und einem enormen Fundus an Erfahrungen im Bereich popul?rer neuer Musik ins Spiel, und das hat offenbar die bereits verschlossene T?r ?ffnen k?nnen“, erg?nzt Roedelius. Trotzdem hat die ?ffentlichkeit lange nichts von diesen Aufnahmen geh?rt, zum Teil deshalb, weil sie nicht f?r kommerzielle Zwecke bestimmt waren, zum Teil aber auch deshalb, weil die Originalb?nder bei Eno lange Zeit als verschollen galten. Zum Gl?ck hatten sich Roedelius und Rother Kopien von den Vierspurb?ndern gemacht.

1997 erschien aus heiterem Himmel das Harmonia-Album „Tracks & Traces“ mit Ausschnitten aus den sagenumwobenen 76er-Sessions. Roedelius hatte das in seinem Besitz befindliche Material sondiert und in einem aufw?ndigen technischen Prozess editieren lassen. „Ich habe nichts anderes getan, als das Urmaterial (eines der insgesamt drei Vierspurb?nder, die wir damals vollgespielt hatten) mit ?sterreichischen Toningenieuren technisch so zu verbessern, dass man die Tracks auch anderen H?rern als uns zumuten konnte“, erinnert sich Roedelius. „Aufgrund von Disharmonien in der Band hat Achim damals die Musik im Alleingang zusammengestellt“, pr?zisiert Rother. „Die neun Titel aus dem Jahr 1997 sind daher in der atmosph?rischen Gewichtung auch Ausdruck seiner Pers?nlichkeit. M?bi und ich waren ?ber Achims Alleingang nicht froh, mussten aber zugeben: Haste gut gemacht! Immerhin: Wir haben uns dann noch ?ber die Titel und das Artwork verst?ndigt, M?bi und ich waren also in gewisser Weise involviert (lacht). Gegen die Musik aber gibt es ?berhaupt nichts zu sagen, sie ist wundervoll.“ Dem kann man nur beipflichten. Forsch rauscht in „Vamos Compa?eros“ ein Groove in Gestalt eines sich wiederholenden Dampflok-Sounds heran. Nach dem idyllischen Abstecher „By The Riverside“ geht es sogleich in eine experimentell-abstrakte Phase mit d?sterem Unterton ?ber. Man hebt den warnenden Zeigefinger: „Don’t get lost on L?neburg Heath!“ Nach einem „Weird Dream“ hellt sich die Stimmung wieder auf, vernimmt man w?rmere, pop-?hnliche Akkorde und die von sp?teren Arbeiten Enos bekannte, hier jedoch von Rother gespielte Slide-Gitarre. Aber nat?rlich war das nicht alles.

Rother hatte ja auch noch seine Kopie in der Hinterhand, die seit 1976 bei ihm im Studio lag. Eines Tages entschloss auch er sich, die darauf enthaltenen Fragmente, 27 an der Zahl, zu digitalisieren. Daraus lie?e sich wom?glich ein ganzes Album machen, aber man verst?ndigte sich darauf, drei St?cke als Erg?nzung f?r die Wiederver?ffentlichung des 97er Albums zu verwenden. „Zuerst habe ich mich gefragt, was ist musikalisch sinnvoll, welche der vielen St?cke gefallen mir besonders und reflektieren die musikalische Bandbreite unserer Zusammenarbeit mit Brian Eno am besten. Im zweiten Schritt ging es darum, die ausgew?hlten St?cke richtig in das bereits existierende Album zu integrieren. Ich schlug vor, sie nicht wie ?blich als Bonustracks ans Ende zu stellen, sondern Aufbau und Abspielfolge zu ver?ndern. Zum Gl?ck waren alle Beteiligten damit einverstanden.“ Mit dem Entree „Welcome“ und dem anschlie?enden Track „Atmosphere“ baut sich das Album nun langsam auf, bevor es mit „Vamos Compa?eros“ in der gewohnten Form wieder Fahrt aufnimmt. Am Ende verst?rkt „Aubade“ den Eindruck eines vers?hnlichen Ausklangs.

Gut Ding will bekanntlich Weile haben. Nun liegt, 33 Jahre nach Entstehung des Materials, endlich eine rundum befriedigende Version eines lange verloren geglaubten Schatzes aus der Krautrock-?ra vor. Damit d?rfte nun auch ein Schlussstrich unter das Kapitel Harmonia gezogen sein. Die Band war zwar nach Ver?ffentlichung des gefeierten Konzertmitschnitts „Live 1974“ vor zwei Jahren wieder aktiv und hat einige umjubelte Konzerte in Berlin, Gro?britannien, USA und Australien gegeben, aber Rother und Roedelius haben ?bereinstimmend erkl?rt, dass es keine Fortsetzung der Live-Auftritte geben werde – auch wenn das f?r sie in mancherlei Hinsicht lukrativ w?re. Aber die deutsche Avantgarde der 70er hat sich nie von kommerziellen Interessen leiten lasen. Credo damals wie heute: Gute Musik entsteht ungefiltert aus der K?nstlerseele heraus, nicht aufgrund von wie auch immer gearteten Strategien und Gedankenspielen. Und wie man an „Harmonia & Eno 1976 – Tracks and Traces“ sieht, verblasst Qualit?t unter diesen Umst?nden nicht. Auch Jahrzehnte sp?ter nicht. Also: Auf Spurensuche machen, bitte!

Harmonia & Eno ’76 / Tracks and Traces: Cat. No. CDGRON102

(erstellt: 09/09/2009 )



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